Multimediales Dokumentarprojekt
EU Ziel2-Fördergebiet Wien (2002-2006)
Dokumentation und Blog-Community

 
2002      2003      2004      2005      2006      2007      2008      
JAN    FEB    MAR    APR    MAI    JUN    JUL    AUG    SEP    OKT    NOV    DEZ    
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  

 

Portraits

vorige Seite| Übersicht | 10/13 |nächste Seite

Die Vollbildansicht dieses Bildes wurde gesperrt

Erkennungscode: #b3115

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an
FIRSTMEDIA network GmbH
Bäckenbrünnlgasse 3/6
A - 1180 Wien
tel: + 43 / 1 / 478 75 89
office@firstmedia.at
www.firstmedia.at

12.8.2005

 

Moritz Hoffmann - Künstler (2771 Besucher)

Moritz Hoffmann arbeitet als Grafiker für sein Einkommen, hat aber auch ein kleines Atelier in der Dammstraße 4, wo er seine kreativen Ideen umsetzt. Er ist einer der Aktivisten im Arbeitskreis Kunst & Kultur und macht das Layout für die Grätzelzeitung. Schätze, die er aus seiner langjährigen Studienzeit mitgebrachte hat, sind mögliche Unterhaltungen in Chinesisch und Holländisch.

Wie alt sind Sie?
38 Jahre

Seit wann arbeiten Sie im Wallensteinviertel?
Ich bin seit 2000 in Wien und auch in der Brigittenau.

Wo sind Sie geboren?
In Berlin

Erklären Sie kurz Ihre Arbeit.
Ich habe erst Sinologie, dann Kunstgeschichte, dann Kunsterziehung studiert, um dann letztlich 1993 von Berlin nach Amsterdam zu wechseln. Dort habe ich Bildende Kunst mit Diplom abgeschlossen.
Nach Wien führte mich die Liebe und ein Artist-in-Residence-Stipendium. Seit 2002 habe ich ein Atelier in der Dammstraße, in dem ich arbeite und auch Ausstellungen von eigenen Arbeiten bzw. von Freunden zeige. In meiner künstlerischen Arbeit versuche ich poetische Situationen herzustellen, die zum Hinterfragen und Beobachten animieren. Das geschieht durch ortsbezogene Installationen, Fotografie oder auch Spaziergänge mit Objekten wie dem VogelHausRucksack. (siehe Foto)

Womit starten Sie den Tag?
Mit Musik und Kaffee.

Wann beginnen Sie morgens mit der Arbeit?
Das bin ich und DAMM4-Projektraum für Kunst….die kleinste Galerie Wiens und momentan mein Arbeitsraum.

Was hat Sie in die Selbstständigkeit geführt?
Im Grunde meine Ausbildung. Meine künstlerische Ausbildung umfasst viele Bereiche der Gestaltung (wie z.B. Fotografie, Installation, Collage, Performance etc) und der Umsetzung durch visuelle Medien (Fotografie, Super8-Film, Video) … aber das entspricht natürlich keinem festen Berufsbild, daher beginne ich mich gerade stärker auf die grafische Gestaltung zu konzentrieren.

Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Weiterentwicklung?
Momentan viele grafische Aufträge ! Mehr Wissen in verschiedenen Programmen und Zeit und Kraft für die künstlerische Arbeit, Galerienkontakte, Ausstellungen, künstlerische Vernetzung im Rahmen von Q202, der KünstlerInnengruppe, die sich im 20 und 2ten schon mehrfach durch den AtelierRundgang gezeigt hat.

Was war Ihr erstes Passwort am Computer?
Ich verwende es noch immer.

Was kann Sie in Rage versetzen?
Autoritäres Gehabe, Sturheit, Besserwisserei

Verraten Sie uns eine Marotte?
Ich quatsche manchmal so viel, das es mich selbst nervt.

Haben Sie einen Künstlernamen?
Moritz Hoffmann … ich hatte mal kurz einen Spitznamen, aber die Geschichte, wie ich zu dem gekommen bin, ist zu umständlich um sie hier auszubreiten.

Was möchten Sie gerne machen, wenn Sie in den Ruhestand treten?
Ich vermute, den klassischen Ruhestand mit Pension wird es bei mir kaum geben.

 

Was ist Ihre Arbeitsdevise?

Seit ich den Wiener Grant kennengelernt habe, denke ich öfters: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“.

Was erwarten Sie von MitarbeiterInnen?
Humor, Flexibilität, Offenheit und Geduld

 

Wofür nutzen Sie das Internet?
E-Mail, Recherche im Kunstbereich, Informationsforum

Welches ist Ihr elektronisches Lieblingsgerät?
CD-Player

Welche Bedeutung hat Arbeit für Sie?
Die künstlerische Arbeit ist keine Arbeit mit festen „Bürozeiten“, d. h. für mich läuft sie eigentlich permanent. Wenn für sich für mich ein spezielles Thema entwickelt hat (wie z.B. Nomadentum, Freiheit/Heimatsbegriff in Zusammenhang mit meinem VogelHausRucksack-Objekt) suche ich mir auch Literatur zu diesen Bereichen, arbeite also nicht nur visuell, sondern auch theoretisch. Dann gibt’s natürlich noch die andere Arbeit … aber das kommt eh später!

Wieviele Stunden verbringen Sie täglich mit Arbeit?
Sehr verschieden …. von vier bis sechzehn Stunden ist alles möglich.

Welche Bedeutung hat Geld für Sie?
Am Ende des Geldes habe ich meist noch ein Stück vom Monat übrig … beantwortet das die Frage?

Waren Sie schon einmal arbeitslos?
…das ist der andere Teil der Bedeutung von Arbeit für mich. Ich bin seit einem Jahr auf der Suche nach Arbeit im Bereich der Kunst. Da gibt’s halt sehr weniges und Kulturarbeit wird meiner Meinung nach generell viel zu gering bewertet und entlohnt …. da kann einen als Künstler schon mal die Existenzangst packen!

 

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung in Ihrer Freizeit?
Ich koche bzw. esse sehr gerne.

Welche Verkehrsmittel benutzen Sie?
Fahrrad, Öffis, Bahn

Welche Angebote nutzen Sie in Wien?
Das Kulturangebot des Falters, AugartenKino, MuQua, Ausstellungen, Heurige, das Q202-KünstlerInnen-Netzwerk und das Netzwerk von EOP, ebenfalls ein Kunst- und Wissenschaftsnetzwerk und natürlich die Arbeitsgruppen GRÄTZELZEITUNG und Kunst&Kultur vom Grätzelmanagement.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Ziel2-Förderung gemacht?
Die Arbeit vom Grätzelmanagement finde ich supernotwendig in diesem Bezirk. Ich hatte mir ganz am Anfang unbürokratischere Impulse vor allem für die Kunst&Kultur im Grätzel erwartet und habe mit der Zeit gelernt, dass man halt zäh an den eigenen Ideen dranbleiben muss, um sie dann zu realisieren. Deshalb bin ich in der AG Grätzelzeitung und in der AG Kunst&Kultur.

Was erwarten Sie sich vom Ziel 2-Wien Programm?
Ich hätte gerne ein Netzwerk von aktiven BürgerInnen, die auch unabhängig von der Arbeit des Grätzelmanagements (für die Zeit „danach“, wenn das Ziel2-Wien-Programm einmal ausgelaufen ist…) weiter an Impulsen für das Grätzel arbeiten. Auch denke ich, die Längerfristigkeit von Ziel2Aktionen sollte stärker bedacht und vor allem finanziert werden … und österreichische, serbische, türkische, bosnische, kroatische, afrikanische und chinesische MitarbeiterInnen für die Grätzelzeitung!

Wie beurteilen Sie das Viertel/Grätzel, in dem Sie arbeiten?
Die Brigittenau erinnert mich mit seinen verschiedenen Bevölkerungsgruppen an den Bezirk Neukölln, in dem ich in Berlin gewohnt habe….es wird irgendwann mal dem 16ten den Rang ablaufen, weil es hier viel Potential gibt für ein ähnlich buntes Leben von allen Völkern Wiens. Mir gefällt’s!

 

Geben Sie uns Tipps zu Ihrer nächsten Umgebung im Ziel2-Gebiet. (Lokale, Geschäfte, Plätze usw.)
Wo ich immer wieder interessante Sachen (CDs,Elektrogeräte,Kuriositäten) gefunden habe, ist MoneyPoint in der Jägerstraße
Gasthaus Prohaska Klosterneuburger Ecke Wexstraße
Cafe Frame, Hacienda Ephemer
Am Nordpol
und immer wieder wichtig: RundUmDieUhr Bäckerei Prindl
Beim Augarten denke ich immer, warum bin ich hier so selten?!


 

 

Mehr zum Beitrag
RSS-Feed zum Thema
Portraits
12.08.2005
+24°C