Multimediales Dokumentarprojekt
EU Ziel2-Fördergebiet Wien (2002-2006)
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Die Nordbahn

 

In der österreichisch-ungarischen Monarchie lag Wien noch im Zentrum des Landes. Die Reichshauptstadt hatte damals mehrere Bahnhöfe. In alle Himmelsrichtungen fuhren die Züge ab, benannt waren die jeweiligen Bahnhöfe nach der bei ihnen beginnenden Zugstrecke. So fuhr die Südbahn vom Südbahnhof weg Richtung Kroatien und Ungarn, die Westbahn vom Westbahnhof Richtung Salzburg, Tirol und Vorarlberg und eben die Nordbahn vom Bahnhof Wien Nord weg Richtung Böhmen, Mähren und Gallizien. Der 1859-65 von Theodor Hansen erbaut Bahnhof Wien Nord war einer der prunkvollsten Bahnhöfe Europas, er war der eigentliche „Hauptbahnhof“ von Wien. Die Nordbahnlinie verband Wien mit Brünn, Prag und Warschau, viele Zuwanderer kamen mit ihr in die kaiserliche Reichshauptstadt. Im 2. Weltkrieg wurde der Bahnhof Wien Nord zerbombt, die letzten Reste der Bahnhofsruine dann 1965 gesprengt. Auch die Nordbahn war stillgelegt worden, denn mittlerweile waren Zugsverbindungen in den Osten nicht mehr so wichtig, der „Eisernen Vorhang“ hatte Bahnlinien in den Norden und Osten praktisch stillgelegt. Erst mit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes wurde der Weg frei für eine neue, rege Bahnverbindung in die östlichen und nördlichen Nachbarländer Österreichs. Mittlerweile liegt Wien aber wieder im Herzen Europas und mehrmals täglich verkehren Züge Richtung Tschechien, Polen und Slowakei. Doch nicht vom Bahnhof Wien Nord aus, dieser dient als S-und U-Bahnstation (Praterstern). Züge nach Brünn und Pressburg fahren heute vom Südbahnhof, Züge nach Prag vom modernen Franz — Josefsbahnhof ab.
 

 

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